6ß Jahre amnesty – leidenschaftlich für die Menschenrechte

am 26.6. und 10.7. haben wir uns nach langer Zeit wieder in Hilden und Benrath in der Fußgängerzone präsentiert.

Wir haben uns für Jani Silva, Nasrin Sotoudeh und die Jugendlichen von El Hiblu 3 eingesetzt und Postkarten unterschreiben lassen.

 

Wir setzen uns ein:

Die iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh wurde in zwei ungerechten Gerichtsverfahren zu insgesamt 38 Jahren Gefängnis und 148 Peitschenhieben verurteilt. Im Juni 2018 wurde sie festgenommen und sitzt seitdem – mit kurzen Unterbrechungen – im Gefängnis. Sowohl Ende 2020 als auch Anfang dieses Jahres wurde sie aus medizinischen Gründen für wenige Tage aus der Haft entlassen. Nasrin Sotoudeh war mehrmals aus Protest gegen die Haftbedingungen in Hungerstreik getreten, Zudem hatte sie sich nach Angaben ihres Ehemannes mit dem Corona-Virus infiziert – vermutlich im Gefängnis.

Die gegen Nasrin Sotoudeh erhobenen Anklagen basieren lediglich auf ihrer friedlichen Menschenrechtsarbeit wie zum Beispiel ihrem Engagement für Frauenrechte und ihrer Kritik an der Todesstrafe. Als Anwältin setzt sie sich zum Beispiel für Frauen ein, die friedlich gegen die vom iranischen Staat vorgeschriebene Zwangsverschleierung protestieren. Sie ist somit eine gewaltlose politische Gefangene, die umgehend und bedingungslos freigelassen werden muss.

Für den Schutz ihrer Heimat Putumayo, einer Amazonas-Region, riskiert die kolumbianische Friedens-, Umwelt- und Menschenrechtsverteidigerin Jani Silva ihr Leben. Aktuell sind konkrete Pläne bekannt, Mitglieder der Asociación para el Desarrollo Integral Sostenible de la Perla Amazónica (ADISPA) zu ermorden. Jani Silva ist die rechtliche Vertreterin von ADISPA. Die Organisation setzt sich im Departamento Putumayo im südwestlichen Kolumbien für Frieden und Umweltschutz ein.

Mit ihrem Einsatz für ihre Heimat und die kleinbäuerliche Gemeinde, in der sie lebt, hat sich Jani Silva mächtige Feinde gemacht. Bewaffnete Gruppen, das Militär, Drogenkartelle und international tätige Unternehmen sind an Bodenschätzen und Öl interessiert, die in dem Amazonas-Gebiet vorkommen. Ihnen stellt sich Jani seit Jahrzehnten entgegen. Sie prangert unter anderem die sozialen und ökologischen Folgen der Erdölforderungen an und unterstützt Wiederaufforstungsinitiativen.

Seit 2019 gab es bereits mindestens sechs bedrohliche Vorfälle im direkten Umfeld von Jani Silva, Die Behörden müssen ADISPA in Absprache mit den Mitgliedern kollektive Schutzmaßnahmen gewähren.

Drei Jugendliche und etwa 100 andere Menschen wurden von der Besatzung des Öltankers „El Hiblu“ aus einem Schlauchboot auf dem Mittelmeer gerettet. Doch die Besatzung versuchte die Geretteten nach Libyen zurückzubringen.

Die drei Jugendlichen dolmetschten und verhinderten, dass die Menschen erneut nach Libyen in Haft und Folter gebracht wurden. Aber auf dem Meer vor Malta stürmten die maltesischen Behörden das Schiff und behaupteten, die drei Jugendlichen hätten es mit Gewalt unter ihre Kontrolle gebracht. Ihnen drohen jetzt lebenslängliche Haftstrafen.

Dabei wollten die drei Jugendlichen nur in Sicherheit gelangen und die übrigen Geretteten schützen. Der maltesische Generalstaatsanwalt muss jetzt dringend alle Anklagen fallen lassen und das Verfahren einstellen.

13. Juli 2021